Die Prostitution im Netz und wie wir dafür „bezahlen“

Mobile Payment

Die Reduktion aller verschiedenen Waren auf  ihre gemeinsame Wertqualität existiert praktisch in ihrer Gleichsetzung mit einer Ware, die als von der Warenvielfalt unabhängige selbständige Wertgestalt fungiert.  Sie verkörpert allen Waren gegenüber Wert und erhält dadurch die Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit allen anderen Waren: Geld

So beschrieb Karl Marx in „Das Kapital“ vor rd. 135 Jahren seine Definition von Geld und an dem Prinzip hat sich bis heute nichts geändert. Außer, dass man anstatt mit Silberschillingen und Gulden nunmehr Facebook Credits für Waren eintauscht. Amüsant dabei ist allerdings die Vorstellung, wie sich der Umgang mit dem Tauschgut verändert hat. Saß man damals noch buchstäblich auf seinem Geldsack, kauft man sich nun mittels einer trackbaren Plastikkarte Crediteinheiten, welche man nie in Händen halten wird. Etwas überspitzt formuliert, könnte die heutige Zeit als Transformation vom Materialismus zum Virtualismus in die Geschichte eingehen. Madonnas „Material Girl“ würde nun auch in der Cloude nach Schnäppchen jagen und sich beim Checkout fragen, ob sie nun über PayPal bezahlen sollte oder doch lieber ins nächste Geschäft gehe. Man könnte ja ihre Daten phishen und ihr reelles, virtuelles Telebanking-Konto abräumen oder zumindest ihre ID Highchecken und verkaufen.

Unter diesem Blickwinkel stieß ich auf einen Artikel bei InternetWorld.de:

„Facebook hat eine Tochtergesellschaft für Zahlungsabwicklung gegründet – ein deutliches Signal, dass das soziale Netzwerk vorhat, sich stärker im Paymentgeschäft zu engagieren.“

Beim Gedanken daran, dass ein Datenpool wie Facebook nun zB als Treuhänder fungieren könnte, sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Nicht nur, dass wir Facebook unser gesamtes privates Netzwerk freiwillig preisgeben und es für sich normiert, vermisst und für sich selbst und dessen Kunden am besten verwertet, nun sollen auch monetäre Skalen hinzugefügt werden. Oder anders gedacht, würden wir unsere privatesten Daten mit Bildern und Videos unterlegt auch keinem Forum anvertrauen, welches über 600.000.000 Abonennten hat und es dann bitten, mit meiner Kreditkarte Zahlungen durchzuführen.

Doch nun Schluss mit der Schwarzmalerei. Für die Gefahren die die heutige Vernetzung mit sich bringt, ist es doch relativ sicher. Mit Technologien wie SSL, VPN, Zertifizierungsschlüssel udgl. ist ein hohes Maß an Sicherheit gegeben. Doch ist es empfehlenswert zu überlegen, wem man seine Daten überlässt.

Hier noch ein paar gute Praxistipps, um sicher im Netz zu Shoppen. ^PP

Schuhe am Mittags-Tablet

Die Forrester-Analystin Sucharita Mulpuru schrieb in ihrem Report „Five Retail E-Commerce Trends to Watch in 2011“, dass von Onlinehändlern in Social-Media-Kampagnen nicht zu viel Hoffnungen gesteckt werden sollten. In diesem Report sind zwei Umfragen verarbeitet, die besagen,  dass nur wenige Kunden von sozialen Netzwerken her, Online-Shops besuchen. Stattdessen wurden folgende 5 Tipps gegeben …

  1. Social-Media-Aktivitäten nicht überbewerten
  2. Multichannelstrategien vorbereiten (On-/Offline)
  3. Kaufabwicklung von Tablet-PCs aus sicher stellen
  4. Händler sollte mit Händlern und Herstellern Kooperrieren (die Macht des Marktplatzes)
  5. „Conversion Marketing“ (den Kunden beim Kauf unterstützen)

Offensichtlich werden diese Tipps, wenn man den Kunden beobachtet. Eine Bekannte könnte in der Mittagspause im Park sitzen und am I-Pad via Facebook oder Displaywerbung auf ein paar Schuhe aufmerksam werden. Prompt sucht sie in der Cloude nach passenden Angeboten. Tatsächlich findet sie ein Angebot von einem Schuhhändler der nicht weit weg von Ihrem derzeitigen Standort ist. Die Mittagspause ist nun leider schon zu ende. Also surft sie über ihr mobiles Endgerät zum Onlineshop (oder anderen Retailer), legt ihre Schuhe in den „Warenkorb“, sieht beim Checkout, dass der vertraute Paypal jetzt auch „mobil“ ist und bezahlt das neue Schnäppchen.

Die Unternehmens-IT muss für diese logistische Herausforderung natürlich gewabnet sein. Noch dazu wenn man weiß, dass die EU gerade diskutiert, dass E-Shops in allen EU-Ländern verkaufen und natürlich auch ausliefern sollen. Da wird es für KMU interessant Typo3, Magento, PayPal mit dem nötigen Netzwerk einzuführen bzw. zu forcieren.

^PP